Sixt und der Castor

13. November 2010

Genial oder geschmacklos – so teilen sich die Einschätzungen zum Guerilla Marketing von Sixt bei den Castor Demos. Polarisieren konnte Sixt mit der Aktion auf jeden Fall, soviel ist sicher, ob es denn sinnvoll ist, zu polarisieren, dass ist fraglich.

Was war passiert?

Wie im Blog von Sixt im Detail zu lesen, haben sich einige Sixt (oder JvM ) Mitarbeiter unter die Demonstranten gegen den Castor in Gorleben gemischt und dort ihre Werbebotschaften platziert: “Stoppt teure Transporte, mietet bei SIXT”

Die Reaktionen

Ist Sixt eigentlich mit seinen cleveren Werbesprüchen und Kampagnen und natürlich v.a. mit seinen extrem cleveren und schnellen Reaktionen auf aktuelle Ereignisse  immer everybody’s Darling, so kommt dieses mal etwas Gegenwind, ob es den okay sei, das Thema Castor für sowas zu instrumentalisieren.

Und die Meinungen scheinen wirklich sehr zwiegespalten wie hier auf dem Screenshot aus den Blog Kommentaren zu sehen ist:

Dieses Mal also mit Gegenwind , bleibt die Frage zu recht und ist die Kampagne trotzdem ein Erfolg gewesen. Mein ehemaliger Marketingprof hat es  mal so formuliert, “Ethik und Moral sind wichtige Themen, aber in dieser Vorlesung reden wir über Marketing” und entsprechend will ich garnicht über den Aspekt philosophieren ob es denn moralisch vertretbar gewesen ist sondern einfach mal abwägen, ob es denn aus Marketingsicht sinnvoll war.

Ist jede Wahrnehmung gute PR?

Eine spannende Frage – ich denke nein, das ist sie nicht. Ich erinnere mich z.B. an die  Benetton Kampagnen aus den Neunzigern, die geschockt und provoziert haben und denke nicht, dass die Sales oder Image getrieben haben. Also ich glaube nicht, dass jede PR gute PR ist, und dass der Satz, dass nur das eigene Ableben eine schlechte Meldung ist.

Sicherlich finden viele Leute die Aktion von Sixt geil, aber ich glaube nicht, dass Sixt damit etwas gewonnen hat, denn durch die schnellen Reaktionen auf  Themen wie Dienstwagenfahrten, Vulkanausbruch hat sich Sixt schon als innovativ, kreativ und clever (was die Werbung angeht positioniert).

Ich glaube auch nicht, dass auch nur ein einziger der angeblichen Fuhrparkmanager oder Entscheidern aus den Kommentaren die nie wieder bei SIXT buchen werden echt ist und dass der Umsatz von Sixt jetzt einbricht.

Es hat vermutlich in Summe nichts besser oder schlechter gemacht und entsprechend war es gerade mal für Buzz und Links gut – wenn das das Ziel war, herzlichen Glückwunsch.

Sonst hat es sich nicht gelohnt.


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